Laktobazillen spielen als Teil des so genannten Darmmikrobioms eine wichtige Rolle für unsere Darmgesundheit. Schon nach der Geburt gehören sie neben den Bifidobakterien zu den wichtigsten Bakterien im Darm. Sie werden beim Stillen mit der Muttermilch aufgenommen, verdrängen schädliche Bakterien im Darm und fördern die Entwicklung eines starken Abwehrsystems. Auch im Erwachsenenalter sind die Laktobazillen wichtige Vertreter unserer Darmflora: Sie unterstützen etwa die Verdauung und die Aufnahme von Nährstoffen.
Damit sich die Laktobazillen rundum wohl in unserem Darm fühlen, können wir das ein oder andere von außen beisteuern: Ein wichtiger Beitrag ist z.B. der Verzehr von fermentierten Lebensmitteln. Typisch für die Herstellung dieser Produkte sind die Milchsäurebakterien Lactobacillus acidophilus und Lactobacillus rhamnosus. Es wird empfohlen möglichst täglich Sauermilchprodukte wie Joghurt, Quark, Buttermilch und Kefir zu essen. Auch frisches Sauerkraut und Kimchi sind gute Quellen.
Gut zu wissen
Milchsäurebakterien wie Laktobazillen und Bifidobakterien werden auch als Probiotika bezeichnet. Übersetzt bedeutet dies „für das Leben“. Denn: Sie werden zugeführt, um unsere körpereigene Bakterienbesiedelung zu unterstützen. Auch in der Vagina finden sich Milchsäurebakterien wie Laktobazillen. Sie sind wichtig für eine funktionierende Vaginalflora und machen ganze 70% des vaginales Mikrobiom aus.
Laktobazillen
1.1 Lactobacillus rhamnosus HN001 (SD5675)
Die Vaginalflora von Frauen besteht hauptsächlich aus sogenannten Milchsäurebakterien, auch Lactobazillen genannt. Diese kleinen Helfer sind es, die das saure Umfeld in der Vagina aufrechterhalten und somit als erste Verteidigungslinie gegen Krankheitserreger fungieren [41].
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Einige Probiotika haben sich als besonders nützlich für die vaginale Gesundheit und während der Schwangerschaft erwiesen. Während manche direkt in die Vagina eingeführt werden, können andere auch oral eingenommen werden. Tatsächlich wurde festgestellt, dass selbst die orale Einnahme von bestimmten Lactobazillen, wie <i>Lactobacillus acidophilus</i> GLA-14 und <i>Lactobacillus rhamnosus</i> HN001, die Vaginalflora positiv beeinflusst und gegen wiederkehrende bakterielle Infektionen schützt [42, 43].
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In Studien wurde außerdem nachgewiesen, dass oral eingenommene Probiotika auf Basis von Lactobazillen im Vergleich zu einem Placebo die Vaginalflora wiederherstellen und Symptome bei Frauen, die unter Vaginalmykosen oder bakterieller Vaginose leiden, deutlich lindern können [44, 45]. In Kombination mit einer Antibiotikabehandlungen, konnte die Einnahme eines Lactobazillen-basierten Probiotikum die Heilungsraten von bakterieller Vaginose von 50% mit Placebo auf beeindruckende 87% steigern [46].
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Die positiven Effekte von Probiotika gehen jedoch über die vaginale Gesundheit hinaus. So wirkt <i>Lactobacillus rhamnosus</i> HN001 nicht nur gegen bakterielle Vaginalinfektionen [47], sondern kann auch das Risiko von Schwangerschaftsdiabetes verringern [48]. Zudem zeigen Untersuchungen, dass Lactobazillen-Probiotika das Risiko von wiederkehrenden Harnwegsinfekten deutlich senken können [49].
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Interessanterweise hat sich <i>Lactobacillus rhamnosus</i> HN001 auch als wertvoll für die mentale Gesundheit von schwangeren Frauen erwiesen. Eine Studie mit 423 Schwangeren zeigte, dass diejenigen, die das Probiotikum von der Frühschwangerschaft bis 6 Monate nach der Entbindung eingenommen hatten, nach der Geburt deutlich weniger depressive und ängstliche Symptome aufwiesen im Vergleich zu denen, die nur ein Placebo erhielten [50].
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Probiotika, insbesondere Lactobazillen, sind also vielversprechende Helfer für die Gesundheit von Frauen in verschiedenen Lebenslagen.
1.2 Lactobacillus acidophilus La-14®
Laktobazillen sind ein Schlüsselelement, um die Vaginalflora gesund und im Gleichgewicht zu halten. Diese Mikroorganismen haben die bemerkenswerte Fähigkeit, mit anderen Bakterien um Nährstoffe und Bindungsstellen in der Vagina zu konkurrieren. Durch ihre Aktivität produzieren sie Milchsäure, die dazu beiträgt, den vaginalen pH-Wert zu senken und ein Umfeld zu schaffen, das für schädliche Bakterien weniger günstig ist [41, 51]. Studien konnten bereits zeigen, dass u.a. <i>Lactobacillus acidophilus</i> La-14 die Vaginalflora positiv beeinflusst und gegen wiederkehrende bakterielle Infektionen schützt [42, 43]. Darüber hinaus produzieren Lactobazillen Bakteriozine, spezielle Proteinverbindungen, die gezielt schädliche Bakterien angreifen, ohne dabei nützliche Bakterien zu beeinträchtigen [52].
1.3 Lactobacillus rhamnosus GG (ATCC 53103)
<i>Lactobacillus rhamnosus</i> GG zählt zu den Probiotikastämmen, die intensiv wissenschaftlich erforscht wurden und hat sich seit 1990 in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln etabliert. Besonders beeindruckend: Er hat in Studien gezeigt, dass er bei Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sicher eingesetzt werden kann und tatsächlich zu einer bemerkenswerten Verringerung der Entzündungsaktivität beiträgt [55].
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Doch dieser Stamm kann noch mehr. In speziellen Zellmodellen, gewonnen aus Zöliakie-Patienten, wurde festgestellt, dass <i>Lactobacillus rhamnosus</i> GG dazu beiträgt, eine übermäßige Immunreaktion zu mildern [56]. Er spielt auch eine Schlüsselrolle im Darm, indem er nicht nur eine Überproduktion von Entzündungsmarkern verhindert, sondern sich auch fest an die Darmschleimhaut anheftet, selbst wenn unerwünschte Organismen wie das Rotavirus zugegen sind [57, 58].
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Diese Fähigkeiten sind nicht auf den Darm beschränkt. <i>Lactobacillus rhamnosus</i> GG hat auch gezeigt, dass er das Immunsystem unterstützen kann, insbesondere bei der Abwehr von Atemwegsinfektionen [59, 60]. <i>Lactobacillus rhamnosus</i> GG konnte z.B. in Form eines Nasensprays eine Infektion mit dem Grippevirus verhindern [61]. Ein weiterer interessanter Punkt: Er produziert spezifische Substanzen, die dazu beitragen, unser Immunsystem insgesamt zu stärken, darunter bestimmte Proteine und Polysaccharide [62].
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Insgesamt zeigt <i>Lactobacillus rhamnosus</i> GG beeindruckende gesundheitliche Vorteile. Die Forschung unterstreicht das Potenzial dieses Probiotikums und betont die Synergie von Natur und Wissenschaft für unser Wohlbefinden.